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Ein Stadtviertel wird geboren

Eicken 1876: Wir befinden uns in der glanzvollen Epoche, die man heute "Gründerzeit" nennt. Die prosperierende Textilhochburg Gladbach wächst rasant. Aus landwirtschaftlicher Nutzfläche am Stadtrand wird Bauland. Endlich ist die neue Kirche Maria Rosenkranz bereit für die erste Messe und der neue Bahnhof Bökel soll im nächsten Jahr eröffnet werden.




Die kleine Honschaft Eicken bestand Mitte des 19. Jahrhunderts aus ein paar Fachwerkhöfen, Wiesen und Weiden. Aus dieser Zeit erhalten sind der Tho Pennigshof (heute die Gaststätte Hayátt), das Fachwerkhaus daneben und wenige Meter weiter das Alt Eicken. Fachwerkhaus und Tho Pennigshof stehen unter Denkmalschutz, das Alt Eicken nicht.


Große Pläne für das neue Viertel

Der Bebauungsplan von 1883 basiert auf einer Bestandsaufnahme, die schon 1876 gezeichnet wurde. Damals verlief der Schwoogenweg leicht gekrümmt und war viel schmaler als die heutige Schwogenstraße.

Bebauungsplan von 1883

Ganz links im Plan, da wo heute die Schwogenstraße auf die Hohenzollernstraße trifft, ist der Bahnhof Bökel eingezeichnet. Der Bahnhof, auch Rheinischer Bahnhof genannt, war ein imposantes Gebäude an der heutigen Hohenzollernstraße. Zusammen mit dem ebenfalls neuen Landgericht prägte er den Stil des neuen Viertels. Er erfüllte aber nur kurz die Funktion eines Bahnhofs. 1937 wurde er gesprengt.


Bahnhof Bökel

Eicken wird Heimat für Gründer


Eicker Straße/Schwoogenweg 1876

Viele ideenreiche Unternehmer zogen ab der Mitte des 19. Jahrhunderts nach Gladbach und gründeten Textil- und Maschinenbaufabriken. Daher der Name "Gründerzeit" - heute würde man von "Start up" reden. Weil die Gladbacher Textil- und Maschinenbauindustrie so schnell wuchs, wurden neue Gebiete am Stadtrand erschlossen. Eicken lag mit dem Bahnhof Bökel verkehrsgünstig und bot auch genügend Platz für neuen Wohnraum. Die neue Kirche St. Maria Rosenkranz war gerade geweiht und so konnte mit der Entwicklung des funkelnagelneuen Stadtteils Eicken begonnen werden. Dort entstanden große Fabriken und Wohnhäuser für die zugewanderten Arbeiter und Angestellten.


Im Bebauungsplan ist das Alt Eicken mit Nebengebäuden an der Ecke Eicker Straße/Schwoogenweg (rot unterlegt) zu dieser Zeit schon eingezeichnet.

Die Straßen- und Baufluchtllinie legt in rot fest, wie breit die neue Schwogenstraße werden soll. Gebäude, die dem Plan nicht entsprechen, sollen abgerissen werden. Sie sind im Plan rot schraffiert.



Das allererste Haus auf der Schwogenstraße stand damals schon. Im Ausschnitt aus dem Bebauungsplan ist es links neben dem Alt Eicken eingezeichnet. Unten auf dem Bild ist es das rechte Haus. Das Nachbarhaus ist wenige Jahre später entstanden. Auf dem nächsten Bebauungsplan von 1895 steht es schon.



Das Alt Eicken als Zentrum des Viertels

Das Alt Eicken war nicht nur Zeuge der Entwicklung unseres Viertels. Älter als alle Gebäude in der Nachbarschaft war es sowohl in den besseren als auch in den schlechteren Zeiten der Stadt Treffpunkt und Anlaufstelle, Karnevalshochburg, Schützen- und Fußballkneipe, Biergarten und gemütliches Wohnzimmer - nicht nur für uns Eickener.


















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