Was bisher geschah...

Hier geben wir euch einen Überblick über alles, was wir bisher unternommen haben. Wir aktualisieren ständig. Also schaut immer mal wieder 'rein!

Mai 2021:

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Die Initiative Alt Eicken entsteht

Von Marita und Rolf Zingsem erfahren wir, dass sie das Alt Eicken an einen Investor aus Düsseldorf verkauft haben. Es soll abgerissen werden und an seiner Stelle ein neuer Wohnblock entstehen. Die Nachricht macht in der Nachbarschaft auf der Schwogenstraße schnell die Runde.

Wir leben seit mehr als sechs Jahren mitten in einer Baustelle. Auf der kleinen Fläche zwischen Neuhofstraße, Hohenzollernstraße und Eickener Höhe sind 246 neue, teure Wohnungen in Blocks mit den klingenden Namen „Neuhofquartier“ und „Quartier am Eickener Markt“ entstanden. Weitere 100 Wohnungen im „Quartier B. Kühlen“ sind schon projektiert. Mehr dazu hier.

 

Wir beschließen, uns zu vernetzen, damit wir Einfluss auf die Entwicklung unseres Viertels nehmen können. Schnell finden wir zusammen und gründen die Initiative Alt-Eicken.

Juni 2021:

Wir beantragen Bereichs-Denkmalschutz für das Zentrum Eickens

Wir machen uns Sorgen, dass in Eicken immer mehr Altbauten verschwinden und durch große Neubaublöcke ersetzt werden. Wir lieben unser Viertel, das noch so viele alte Häuser aus der Gründerzeit aufweist und gleichzeitig so vielen verschiedenen Menschen Heimat ist. Wir möchten seinen Charakter und Charme erhalten.

Darum beantragen wir Bereichsdenkmalschutz für die Eickener Fußgängerzone und die angrenzenden Straßen bei der dafür zuständigen Behörde beim LVR. Das Schreiben könnt Ihr hier herunterladen.

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Bereichsdenkmalschutz für Eicken bedeutet, dass künftige bauliche Veränderungen im Zentrum Eickens den Charakter des Viertels berücksichtigen müssen. Neue gesichtslose Wohnblocks dürfen dann nicht entstehen.

 

„ […] Unter einem Denkmalbereich versteht man die Mehrheit von baulichen Anlagen, die durch Satzung geschützt ist, wobei nicht jedes Bauwerk ein Einzeldenkmal sein muss. […]

Sinn des Denkmalbereiches ist […] die Bewahrung des für den Bereich typischen Erscheinungsbildes in seiner Einheitlichkeit. Somit liegt der Schwerpunkt auf dem Gesamteindruck. […] Das soll nicht heißen, dass Neubaumaßnahmen, Abriss oder Modernisierung unterbunden werden sollen. Aber die Veränderungen müssen sich in ihrer Größe und Maßstäblichkeit und in ihrer Farbgebung dem vorhandenen Erscheinungsbild anpassen und dürfen die bestehenden Denkmäler und den Gesamteindruck nicht beeinträchtigen….“

 

Die ganze Definition findet ihr hier.

Juli 2021:

Unser Treffen mit der neuen Eigentümerin

Wir erfahren, dass auch die Initiative Gründerzeitviertel schon aktiv geworden ist und ein Treffen mit der neuen Eigentümerin, der Düsseldorfer Immobilien GmbH, und ihrem Architektenteam vereinbart hat. Wir dürfen daran teilnehmen – Danke noch einmal!

In freundlicher und aufgeschlossener Atmosphäre werden uns die Pläne für einen modernen Neubau vorgestellt. Die neuen Besitzer sind offen für Fragen und erklären gerne und ausführlich, was sie vorhaben.

BG Baunetz Media

Die Pläne:

  • Der Neubau soll fünf Geschosse haben

  • Im Erdgeschoss sollen zur Eickener Straße hin zwei kleine Gewebeeinheiten entstehen. An der Schwogenstraße sind eine ebenerdige Garage und die Einfahrt zum Hof und zur Tiefgarage vorgesehen.

  • In den Stockwerken darüber sollen ungefähr 12 unterschiedlich große Wohnungen entstehen.

  • Der Bau soll prägnant an der Ecke hervorstechen und weithin sichtbar sein. Balkone, Loggien, vertikale Vorsprünge und horizontale Gestaltungselemente in der Fassade sollen stilisiert den Altbaucharakter der umliegenden Gebäude aufnehmen.

  • Weil mit dieser Planung nicht genügend Parkplätze zur Verfügung stehen, sollen Stellplätze abgelöst werden.

Und das haben wir dagegen einzuwenden:

  • Die Gaststätte Alt Eicken ist eng mit der Geschichte des Viertels und der Mönchengladbacher Borussia verbunden. Wir meinen: Sie darf nicht einfach so verschwinden.

  • Ein moderner Wohnblock an der Ecke Eickener Straße/Schwogenstraße wird zwangsläufig das immer noch einheitliche Straßenbild im Zentrum Eickens zerstören.

  • Erhalt, Renovierung und Sanierung sollen Vorrang haben vor Abriss und Neubau. Damit werden Ressourcen geschont und nachhaltig mehr Wohnraum geschaffen.

  • Noch mehr teure Wohnungen werden die durch die schon entstandenen und projektierten Neubauten zweifellos schon eingesetzte Gentrifizierung noch beschleunigen.

  • Die Anwohner der Schwogenstraße und der Neuhofstraße leiden unter dem Anstieg des Autoverkehrs schon seit der Fertigstellung des Neuhofquartiers – dabei ist das Quartier am Eickener Markt noch unbewohnt. Wenn nun für den Neubau weitere Stellplätze abgelöst werden, bleiben für die Bewohner der Gründerzeitbauten noch weniger Parkmöglichkeiten.

  • Info dazu: Gleichzeitig mit dem Zuzug der neuen Anwohner wurden die Parkplätze durch neue Verkehrsinseln und Halteverbote verknappt, um weniger Autoverkehr in unser Viertel zu leiten. An sich eine gute Idee, leider hat sich die Schwogenstraße dadurch aber zu einem rege genutzten Wendehammer entwickelt – wir haben mehr Verkehr als je zuvor. Und Parkplätze für die Altbau-Anwohner gibt es kaum noch. Wir sind überzeugt, dass Bewohner-Parken für die Schwogenstraße die Lage entschärft.

Unser Fazit:

Wir positionieren uns gegen Abriss des Alt Eicken und einen in unseren Augen gesichtslosen Neubau. Bauen im Bestand – d. h. Renovierung und energetische Sanierung – sollten Vorrang haben vor Ressourcenverbrauch.

Wir wollen einbezogen werden. Als direkte Nachbarn in die Zukunft des Alt Eicken und als Bewohner der Schwogenstraße auch in die Verkehrsplanung für unsere Straße.

August 2021:

Anfrage beim Bauamt

Mittlerweile haben wir Kontakt mit dem Bauamt der Stadt Mönchengladbach aufgenommen. Auch dort nimmt man unser Anliegen ernst. Wir erfahren, dass die neue Eigentümerin bereits Pläne vorgelegt hat, die wieder zurückgenommen wurde, nachdem das Bauamt starke Bedenken hatte. Ein neuer Bauantrag wurde nicht eingereicht.

 

Daran hat sich bis heute (Dezember 2021) nichts geändert.

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September 2021:

Die Verkehrssituation bleibt ungeklärt

Inzwischen haben wir wegen der Verschärfung der Parksituation an die Stadt und an die Rheinische Post geschrieben. Wir möchten, dass die Parkplätze auf der unteren Schwogenstraße generell nur noch den Altbau-Anwohnern zur Verfügung stehen – schließlich haben die keine Tiefgaragenplätze.

 

Antworten stehen im Dezember 2021 noch aus.

Rückblick:

Baustelle seit mehr als 6 Jahren.

2015–2017: Quartier B. Kühlen.

Die alte Druckerei B. Kühlen wird von der Schleiff Denkmalentwicklung GmbH zu einem modernen Bürogebäude umgebaut. Aufwändig wird dabei die schöne Fassade an der Neuhofstraße erhalten, obwohl sie nicht unter Denkmalschutz steht. Eine gute Entwicklung für den großen, seit Jahren leer stehenden Firmenkomplex und für unser Viertel, finden wir.

 

Natürlich haben wir auch Nachteile: An- und Abfahrt der Baufahrzeuge erfolgt über die Schwogenstraße. Es gibt jede Menge Staub und Schmutz, aber das nehmen wir (noch) gerne in Kauf.

 

An der Rückseite des Grundstücks an der Schwogenstraße soll ein Wohnkomplex mit 80 bis 100 Wohnungen und einer Tiefgarage entstehen. Im November 2021 hat man mit dem Bau noch nicht begonnen.

2018–2021: Neuhof-Quartier.

Neben dem Quartier B. Kühlen baut die Dornieden Generalbau GmbH 133 hochpreisige Eigentumswohnungen zwischen Neuhof- und Schwogenstraße. Einige Gründerzeitbauten werden dafür abgerissen.

 

Weitere drei Jahre Staub und Schmutz. Während der Tiefbauarbeiten bedeckt eine dicke Schlammschicht die Schwogen- und Neuhofstraße zwischen Eickener und Hohenzollernstraße. Wer kann, schafft sein Auto ab – leider kann das aber nicht jeder.

 

Versprochen wird viel Grün – sowohl auf den Dächern als auch rundherum – und eine Bebauung, die sich harmonisch einfügt. Etwa so. Entstanden ist stark verdichteter Wohnraum, der sich – zugegeben – an der Schwogen- und Neuhofstraße ganz gut in das Straßenbild Eickens einpasst. Im Inneren aber stehen die Häuser so nah beieinander, dass sie der ursprünglichen baulichen Struktur in unserem Viertel widersprechen. Ehemalige Freiflächen und Gärten sind versiegelt und von der versprochenen Begrünung ist noch nicht viel zu sehen. Die Eigentumswohnungen sind so teuer, dass unser sozial gemischtes Viertel damit den ersten Schritt in Richtung Gentrifizierung gemacht hat.

Eine neue Parkordnung auf der Schwogenstraße sorgt dafür, dass trotz der neuen Anwohner viel weniger Parkraum zur Verfügung steht. Der Verkehr allerdings hat zugenommen: Auf der Suche nach Parkplätzen fahren nun viele Autos auf und ab. Auf unser Ersuchen, ein Bewohnerparken einzurichten, wird nicht reagiert.

2019–2022: Quartier am Eickener Markt.

Die Bauarbeiten im Neuhofquartier haben gerade begonnen, als ein weiteres großes Areal – diesmal zwischen Eickener Höhe, Flenkenweg und Schwogenstraße – erschlossen wird. 113 Mietwohnungen und eine Kindertagestätte sollen entstehen.

Die Bebauung ist weniger ambitioniert als die des gegenüber liegenden Neuhofquartiers. Einheitlich weiße Blöcke stehen hier dicht an dicht. Trotzdem sind die Mieten für diese Wohnungen nicht unbedingt erschwinglich. Die neuen Häuser bekommen zwar die Adresse „Flenkenweg“, aber die Anwohner des Flenkenwegs wehren sich erfolgreich gegen die Zufahrt der Baustellenfahrzeuge und die Tiefgarageneinfahrt. Deshalb geht sämtlicher Verkehr erneut über die Schwogenstraße.

Das Ergebnis: Insgesamt 346 neue teure Wohnungen auf kleinstem Raum.

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